Erfolgsfaktoren der Digitalisierung – Vom Raupenprozess zum Schmetterlingsprozess

30.08.2020//Jochen Zimmermann

Daten effektiv zur Steuerung nutzen

Daten sind das neue Gold. Haben Sie diesen Schatz schon gehoben? „If you can’t measure it, you can’t improve it“, Peter Ducker. Dieser Leitsatz gilt als einer der wichtigsten Grundsätze des Managements. Die Digitalisierung bietet uns geradezu grenzenlose Möglichkeiten, die Prozesse zu überwachen und in Zahlen auszudrücken. Dies ist als Grundlage zur Steuerung der Prozesse unverzichtbar. Wie viele Anfragen gingen ein? In welcher Zeit wurden sie bearbeitet? Wie viele Anfragen sind noch offen? Wenn Sie mit einem Klick alle notwendigen Zahlen abrufen können, dann können sie auch schnell reagieren, wenn die Zahlen aus einem bestimmten Intervall abweichen. Achten Sie nicht nur darauf, die Prozesse zu digitalisieren. Definieren Sie KPI’s und lassen Sie diese automatisiert auswerten.

Optimierung oder Transformation?

Natürlich könnten Raupen-Prozesse verbessert werden. Man könnte sie verschlanken, indem man in den bestehenden Abläufen unnötig gewordene Schritte entfernt. Man könnte der Raupe Rückenwind geben oder ihr sogar Rollschuhe verpassen. Dies würde man ermöglichen, indem man dafür sorgt, dass die Prozesse unabhängig voneinander arbeiten oder durch Teilautomatisierungen schneller durchlaufen werden können. Diese Einzeloptimierungen sind aber einer der größten Fehler, die in den Digitalisierungsbemühungen gemacht werden. Es kommt nicht darauf an, die bestehenden Raupenprozesse etwas zu optimieren. Dies kann in Einzelfällen sogar den gegenteiligen Effekt auslösen. Stellen Sie sich nur einmal vor, wenn eine Raupe mit ihren 16 Füßen tatsächlich 16 Rollschuhe angeschnallt bekäme. Mal davon abgesehen, dass es kostenintensiv ist, so erfordert es eine wahnsinnige Koordinationsarbeit, damit die Raupe durch diese Optimierung tatsächlich schneller vorankommt als vorher. Es muss das Ziel sein, die Raupe so zu entwickeln, dass aus ihr ein Schmetterling wird. Dazu ist es notwendig, einen ganzheitlichen Blick auf den Prozess zu werfen und sich Gedanken darüber zu machen, was eigentlich erreicht werden soll und wie die modernen Techniken hierbei eine Unterstützung sein können. Wenn die Technik den Anwender unterstützt und die Arbeit abnimmt, wenn die Technik dem Management die notwendigen Zahlen liefert, um entscheidungsfähig zu sein, wenn die Prozesse skalierbar und zuverlässig sind, dann gelingt die digitale Transformation.